Was, Wie und Warum . . .


Neu geschrieben im Januar 08

Warum haben wir das getan?? Was haben wir getan?? Wie haben wir es getan??
Lesen Sie bitte unsere Geschichte und Sie haben die Antworten!

AGS = Albert-Griesinger-Schule

Es ist lange her (1994). Es war eine Zeit an der Albert-Griesinger-Schule als zur Elternversammlung noch 14-16 Personen durch Anwesenheit ihr Engagement zeigen wollten. Es ist aber so, das zwischen Ankündigen und in die Tat umsetzen schon immer, wie die Zeit uns zeigte, ein zumindest kleiner Unterschied besteht. Zugegeben ist das nicht bei allen Menschen so, aber wenn es zur Lösung der erkennbaren Probleme geht, werfen viele das Handtuch. Nicht aber wir ! Trotz Unkenntnis der Materie waren wir bereit etwas zu tun. Zuerst aber einmal mußten wir zuhören um uns mit den Gegebenheiten von Schülern und Schule vertraut zu machen und die Bedürfnisse erkennen konnten.

Da, während eines Alltags-Gespräches erzählte eine Mutter, sie hätte von einer Schule gehört, die von einem Elternverein unterstützt würde. Dort würden die anfallenden Probleme durch die Schulleitung in Zusammenarbeit mit dem Elternverein gelöst. Man hätte Firmen an der Hand die gewisse Leistungen gegen Spendenquittungen des Vereines an die Schule und Schüler übergeben. Der Verein sammele Geld zur Unterstützung von Schüler, Schule und Freizeit.

Das war es, was die Albert-Griesinger-Schule brauchte!

Das war es, was die Schüler und Eltern brauchten!

Ohne das Engagement der Lehrer zu bestreiten war Hilfe angesagt!

Denn wenn der Schulträger nicht mitzieht, so war das damals noch, steht auch ein noch so engagiertes Lehrerkollegium auf verlorenem Posten. Wenn man als aktive Eltern dann hinter die Kulissen schauen konnte fielen uns schon einige Bereiche auf, die der Korrektur bedurften.

Wir haben bewußt keine Schuldigen gesucht, uns war aber schnell klar, das ein großer Mangel an Kommunikation zwischen den Eltern, der Schule und den Behörden bestand. Gut, die Zeit war halt damals so, aber Jemand mußte den Anfang machen! Natürlich wissen wir heute, wie schwierig es noch in den 80iger Jahren war, Hilfe für geistig behinderte Kinder zu beantragen oder überhaupt zu bekommten.....

Auch und das nur beiläufig erwähnt, war das Schulgebäude eine ehemalige Grundschule, nicht nur für „unsere „ Kinder in großen Bereichen ungeeignet, es war auch in einem erbärmlichen Zustand. Es bedurfte einfach einer Initiative von Eltern deren Kinder an der AGS unterrichtet wurden und die eine Änderung der bestehenden Tatsachen herbeiführen wollten. Und diese Eltern waren bereit!

So saßen wir Eltern an diesem Abend des Jahres 94, es könnte Januar gewesen sein, in der AGS und beschlossen, mit einer Unterschrift unter eine so genannte (unverbindliche) Willenserklärung, die Gründung eines Elternvereines.

Der damals neu gewählte Schulelternbeiratsvorsitzender ( ha, jetzt wissen wir auch, warum damals so viele Eltern anwesend waren) es war die Wahl des v.g. Elternvertreters, versprach, sich der Sache anzunehmen und zu sondieren, unter welchen Voraussetzungen ein Verein zu gründen wäre und welche Belastungen diese Gründung nach sich ziehen würde.

Gesagt getan! So ein Verein braucht zur Gründung nicht nur Mitglieder, er braucht auch eine Verfassung. Woher nehmen? Wer hat schon eine Verfassung für einen gemeinnützigen Verein herum liegen?

War schon recht schwierig so etwa zu beschaffen, zumal diese Verfassung auch vor dem Amtsgericht bestehen muß. Dann kam der große Tag der Vereinsgründung. Zumindest hatten sich das einige Eltern gedacht.

Wir hatten rechtzeitig Einladungen verschickt, wir hatten einen Raum gemietet, wir hatten einen Stadtplan der Einladung beigefügt und alle 15 Eltern, die sich mit ihrer Unterschrift bereiterklärt hatten, angeschrieben. Getränke waren aufgefahren und die Spannung stieg bis zum äußersten!

Wie viele würden kommen?! 10 oder 12 oder alle 15 ?! 1 Stunde nach der Vorgabezeit waren 6 Eltern anwesend. Vorweggenommen: es wurden nicht mehr. Das war schon einmal eine große Enttäuschung für die Organisatoren. Aber man gibt ja nicht auf.

Auf ein Neues!
Rechtzeitige Einladung mit Stadtplan verschickt, Raum gemietet und gewartet. Diesmal waren es nur 5 (fünf) Eltern die sich in den Räumlichkeiten für 20 Personen verloren. Obwohl, als bei der vorigen Versammlung noch 6 anwesend waren, wir uns gegenseitig Vertrauen und Engagement versprachen, kamen dieses mal nur 5 Eltern. Das war keine Enttäuschung, das war eine Ohrfeige für die Ausrichter dieses Treffens. Nach langem Hin und Her, bei dem auch die Nichtgründung angesprochen wurde, beschloss man: jeder der Anwesenden bringt seinen Ehepartner zu nächsten Versammlung mit. Damit wären wir mindestens 7 Personen was zur Gründung des Vereines ausreichen würde. Mit dem Versprechen, sich gegenseitig nicht hängen zu lassen und dem Schwur einen Verein zu gründen, gingen wir auseinander.

Wenn auch der zweite Anlauf wiederum nicht gelungen war, gingen wir trotzdem damals mit einem guten Essen in der Gaststube von Dannen. Einige erinnern sich noch sehr gerne daran, zumal wie bereits gesagt, das Essen ein Genuß war. Aber Aufgeben kam nicht in Frage! Alleine der Gedanke an „unsere“ Kinder ließ uns tausend Ideen durch den Kopf gehen, wie wir die Aufgabe, einen Verein zu Gründen, bewältigen würden.

Es ging weiter mit den Einladungen! Auch telefonische Kontakte brachten keine Verbesserung der Mitgliederzahl zur Gründung.

Ausreden über Ausreden, übrigens die gibt es heute noch bei gewünschter Mithilfe von Eltern. Nicht von allen, nein, nur ein bestimmter Teil verweigert jegliche Mitarbeit. Aber damit muß man Leben.

Spätestens hier wurde der etwas skurrile Humor, der uns zwischenzeitlich anhaftet, geboren. Er ist nicht nur eine Art von Selbstschutz der uns über Enttäuschungen hinweg hilft, er ist auch Zeichen von Stolz und Glücksgefühlen wenn wir etwas erreicht haben. Deshalb hier noch einmal zu Kenntnisnahme: Auch wenn zwischenzeitlich eine oder einige Zeilen etwas flapsig geschrieben sind, so dürfen Sie sicher sein, das wir alle Themen, ohne Ausnahme, ernsthaft bearbeiten. Nun, da die Arbeit im Behindertenbereich nicht immer einfach ist, machen wir, bzw. möchten wir mit unserem „Humor“ nicht nur uns helfen, sondern auch außen stehenden den Eindruck vermitteln, das wir ganz normale Menschen sind.

Zurück zur Vereinsgründung.
Die verbliebenen Personen waren jetzt voller Trotz und geradezu besessen von dem Gedanken, einen Verein, sprich einen Elternverein zu gründen. So trafen sich letztendlich 7 (sieben) Personen die zur Gründung bereit waren. 7 Personen, die viel Herz, aber leider wenig Ahnung hatten. Doch nach ca. 4 Stunden mit Humor und gutem Willen hatten wir den nächsten Schritt getan. Wir stießen mit Saft und Limonade auf ein gutes Gelingen an. Der Elternverein war gegründet. Natürlich unter dem Vorbehalt der Anerkennung durch das Amtsgericht Frankfurt am Main.

Dann aber kam es zum Kampf mit dem deutschen Beamtentum!
Nach Einreichung der (wir betonen) sehr sorgfältig geprüften Unterlagen beim Amtsgericht kam doch Postwendend die Antwort, einen bestimmten Absatz unserer Satzung zu ändern. Gesagt und nicht gleich getan! Denn wiederum mussten alle Gründungsmitglieder zusammen gerufen werden was ja, wie bereits erwähnt, nicht sehr einfach war. Aber der Wille siegt.

Alle trafen sich, unterschrieben die Änderung und es begann erneut die Wartezeit. Doch siehe da, die Beamten fanden wiederum einen Satz der eingereichten Satzung, den sie geändert sehen wollten. Jetzt können wir es ja sagen: Die eingereichte Satzung wurde von einem anderen, gemeinnützigen Verein übernommen, der bei der Eintragung am Gericht keinerlei Beschwerden hatte. Also! Nochmals alle „Mitglieder“ eingeladen, nochmals geändert und nochmals angestoßen auf ein Gelingen unseres Vorhabens. Und dann??? Ja dann kam endlich die Bestätigung unserer Bemühungen!

Wir waren ein gemeinnütziger Verein! Natürlich informierten wir uns per Telefon über diese großartige Neuigkeit und versprachen uns aufs Wort: jetzt geht es los!

Jetzt werden wir Helfen! Jetzt wird sich alles zum Guten wenden! Jetzt sind wir da! Jetzt wird mit Missständen aufgeräumt! Jetzt wird alles besser!

Und siehe da! Nichts, rein gar nichts passierte! Wir stellten nämlich fest: Wir hatten kein Geld! Und ohne Geld gab es keine Hilfe, für nichts und Niemanden! Abgesehen von der, von den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellten Arbeitskraft, die eigentlich gar nicht erwünscht war, konnten wir gar nichts tun.

Denn auch zu merken für die Zukunft: Jede mögliche Unterstützung, die der Verein leistet, sei sie auch noch so klein, kostet Geld! – Bitte merken! ;)
Woher nehmen, wenn nicht stehlen! Jetzt hatten wir schon den Jahresbeitrag auf 20.- DM begrenzt um viele Mitglieder zu bekommen, aber auch das war manchen Leuten noch zuviel. Ratenzahlungen wurden vorgeschlagen und Mitglied ehrenhalber, nur damit die 20.- DM gespart werden konnten.

Wiederum trafen sich die Gründungsmitglieder um die neue Situation zu beraten. Ein Jeder versprach sich nach Wegen und Möglichkeiten umzuschauen, wie man dieses Manko beheben konnte. Auch der folgende Spruch gehört hier, obwohl im Leben immer wieder erwähnt, zitiert: Es ist schwer an anderen Leuten ihr Geld zu kommen!

Aber, ein wenig Glück sei auch uns nicht versagt geblieben Der Ehemann eines weiblichen Gründungsmitgliedes hatte Geburtstag. Der Mann, der in einer Bank eine gewichtige Stelle besetzte, hatte finanziell gut gestellte Freunde die ihm auf seinen Wunsch hin, als Geburtstagsgeschenk, eine bestimmte Summe auf das Konto des
Elternvereines überwiesen. So konnten wir auf einmal über eine Summe von ca. 3.500.- DM verfügen. Da waren wir aber stolz!

Wir hatten das lang ersehnte Geld zur Verfügung. Jetzt konnten wir zeigen was wir schon immer wollten! Jetzt konnten wir zeigen welche Vorteile so ein Verein hat. Jetzt konnten wir die Schule, ihre Schüler und das Kollegium unterstützen. Wobei die Ausrüstung der Schule ganz im Vordergrund stand.

Aber auch da, die Zukunft etwas nachgetragen, müssen wir sagen, für uns viel, für das Gesamtobjekt Schule wenig, gelangten wir wiederum zu der Einsicht, das dieses Geld bei weitem nicht für die sich auf türmenden Bedürfnisse reichte.

Zu einer späteren Zeit wurden wir während einer Jahreshauptversammlung einmal darüber belehrt, das wir nur von Geld sprechen würden, wenn wir die Aktivitäten des Elternvereines ansprechen würden. Dies wäre doch kein Wirtschafts-Unternehmen, sondern ein gemeinnütziger Verein.

Hierzu nur folgende Aussage: Jedwede Aktion die der Verein unternimmt, kostet Geld. Dieses Geld muß vorhanden sein. Schulden werden und können nicht gemacht werden. Diese würden ausschließlich zu Lasten des Vorstandes gehen. Wir können aber hier ausführen das wir den Verein in all den Jahren wirtschaftlich sehr erfolgreich geführt haben und das ca. 97-98 % der eingegangenen Spenden für die Kinder und deren Wohlergehen in der Schule verwendet wurden.

Auch versichern wir an dieser Stelle, das der Vorstand ehrendamtlich tätig ist und sich bisher keine Aufwendungen ersetzen ließ.

Stammbuch Teil 2

Ein wenig Glück und das basteln an nicht konformen menschlichen Verbindungen brachte uns langsam auf den Weg des Erfolges, naja, etwas weiter voran.

Es begab sich zu dieser Zeit, das sich ein großes deutsches Versandhaus mit einem Radio-Quiz an die Zuhörer wandte, damit diese zu Weihnachten etwas gewinnen würden, wenn sie die gestellten Fragen richtig beantworten würden. Ansonsten würde der Gewinn einem gemeinnützigem Zwecke zugeführt. Da viele Hörer wahrscheinlich die an sie gerichteten Fragen nicht richtig lösten, das Versandhaus von unserem Verein gehört hatte, konnte sich die AGS auf einmal für über 20 TSD DM aus dem Katalog dieses Hauses Waren bestellen.

Das war doch schon einmal eine Hausnummer, die sich sehen lassen konnte!

Es begab sich weiterhin, das uns Eltern aufgefallen war, unsere Kinder waren schon mittags um 12 Uhr zu Hause. Trotz intensiven Zuwendungen kann man aber ab einem bestimmten Alter, so unsere erfahrene Meinung, den Kindern bei der Freizeitgestaltung keine Perspektive mehr bieten. Zumindest nicht in ausreichendem Maße.

Nach mehreren Unterredungen mit der Schulleitung konnten wir uns darauf einigen, das die Schule die Räumlichkeiten stellen würde, und der Elternverein das Personal, damit die Kinder und Jugendlichen unter gleichartigen und gleichaltrigen Freunden bis 16 Uhr eine betreute Freizeit verbringen sollten. Voraussetzung dafür war natürlich, das der Elternverein die finanziellen Mittel aufbringen würde, die so eine Organisation mit sich bringt.

Und siehe da ! Die Schulleitung stellte den Kontakt zu den Eheleuten Ammerschläger her. Diese waren sofort bereit, das Anliegen zu unterstützen. Es sei erwähnt, das Herr Ammerschläger kurz nach der Kontaktaufnahme leider verstorben ist. Aber und das ist auch ein wenig Glück, hielt uns Frau Carola Ammerschläger finanziell auf Kurs.

Sie unterstützte uns nicht nur mit großzügigen Geld-Spenden, nein sie sorgte auch viele Jahre lang für eine tolle, großzügige Weihnachtsfeier an der AGS.

Das war wieder eine Hausnummer die sich sehen lassen konnte!

Frau Ammerschläger war nicht nur Sponsor, nein, Sie lud auch Gruppen von Kindern in ihr Kaufhaus ein. Dort wurden sie in der Kantine bewirtet und beturtelt. Frau Ammerschläger die immer selbst vor Ort war hatte "unsere" Kinder lieb gewonnen. Diese Zeit war nicht nur für die Schule eine großartige Zeit sondern auch für den Elternverein. Fast jeder Wunsch ging in Erfüllung. Selbstverständlich äußerten wir unsere Wünsche nur sehr zurückhaltend, denn Überfordern wollten wir diese großzügige Frau natürlich nicht.

So kam es zu dieser Zeit, das der Elternverein an der Schule bis zu 32 Kinder betreute. 12 Studentinnen waren im Wechsel für die Betreuung bei dem Verein angestellt.

Und wieder erwischte es uns auf dem verkehrten Bein oder besser gesagt auf zwei verkehrten Beinen. Frau Ammerschläger verstarb!

Nicht plötzlich, aber für uns alle unerwartet. Sie hielt uns die Treue solange dies ihr Gesundheitszustand zuließ. Wir trauerten nicht nur um eine große Frau, nein wir trauerten auch um unsere größte Gönnerin.

Dann kam das große Kuriosum oder besser gesagt der Witz des Jahres!!

Der Neubau der AGS war abgeschlossen und die Schule konnte wieder aus ihrem Provisorium in der Platenstraße zurück in den Gerhard-Hauptmann-Ring.
Übrigens: auch beim Gelingen des Vorhabens zu einem Neubau konnten wir tatkräftig Unterstützung leisten. Wir bevorzugen aber die stille und leise, im Hintergrund agierende Methode. Dies gilt im übrigen nicht nur für dieses Projekt sondern für all unser bisheriges Schaffen.

Zurück zum Neubau der AGS!
Obwohl bei der Planung großzügig konzipiert, hatte die Schülerzahl die Realität bei weitem überholt. Dadurch wurde uns von der Schulleitung mitgeteilt, das es keinen Platz mehr für die "Betreuung" auf dem Schulgelände mehr gebe.

Was tun ??
Der Bedarf war ebenso vorhanden wie das Personal. Aber wir mußten die "Betreuungsgruppe" auflösen und das Personal entlassen. Unsere Suche nach einem Platz für die Gruppe hatte dann aber doch einen Erfolg zu verzeichnen. Über 17 Ecken konnten wir unter der Voraussetzung, das es nur Vorübergehend sei, einen Ort finden, an dem wir weiterhin die Kinder betreuen durften. Und schon wieder aber!

Die Kinder mußten transportiert werden. Das kostete Geld, viel Geld!

Die FES übernahm gegen Kostenerstattung den Transport.

Jetzt mußten wir wieder Personal einstellen! Jetzt mußten wir aus den Kindern 16 heraussuchen, also gerade die Hälfte und wir mußten für die Beförderung die nötigen finanziellen Mittel beschaffen. Übrigens, die Zahl 16 basierte darauf, das wir nur für zwei Busse zu je 8 Kindern die Möglichkeit der Bezahlung kalkulierten.

7 Mitarbeiter mit entsprechenden Querelen und im Durchschnitt 15 betreute Kinder hatten wir ein sehr unruhiges Jahr. Dann mußten wir auch dort unsere Koffer packen. So landeten wir, wiederum durch 17 Ecken, bei der kath. Gemeinde St. Lioba in Bornames. Obwohl dort nicht alle Voraussetzungen für eine Betreuung von geistig und schwer, mehrfach behinderten Kindern gegeben waren, war das Umfeld hervorragend und die Betreuungsgruppe gut integriert. Aber (schon wieder) die Kosten für die Beförderung und das Personal liefen aus dem Ruder.

Ach ja, so Kleinigkeiten wie das Essen von Zulieferern zu beschaffen ist im Grunde sehr einfach, aber in der Realität schwierig. Kleine, nicht ausreichende Portionen, geschmackliche Verirrungen der Zubereitung und letztendlich das feilschen um den Preis sind über Monate eine aufreibende Tätigkeit.

Aber (naja) sozusagen waren wir hauptberuflich auf der Jagd nach dem benötigten Geld. Vorweggenommen fügen wir hier ein, das unsere dabei erlebten -Wahrheiten- mit staatlichen Institutionen alleine die Erstellung eines dicken Buches rechtfertigen würden.

Aber - wir wollen Niemanden zu nahe treten und uns nur auf die positiven Aspekte beschränken.

Frau Ammerschläger war nicht mehr da. Unser Jahresetat betrug ca. 70 TST Euro. Da mußten wir schon rennen. Die Hermann-Griesinger- Stiftung, der Förderverein der AGS und letztendlich das Sozialamt der Stadt, stellten die benötigten Mittel bereit. Vergessen dürfen wir in dieser Aufzählung aber nicht die Liste des Gerichtes in Frankfurt, das uns durch finanziellen Zuwendungen durch verurteilte Straftäter die Habenseite unseres Kontos unterstützte. Bei all den Unterstützungen die wir erhalten haben einen Namen zu nennen, um unsere Dankbarkeit auszudrücken, wäre uns wohl ein großes Anliegen. Aber - auch hier gilt: Diskretion ist von Vorteil!

Es war eine tolle aber auch schwere Zeit. Wir hatten sehr gutes Personal und irgendwann mußten wir auch keine Transportgebühren mehr zahlen. Die kath. Gemeinde St. Lioba war ein positiver Ort und das Personal durch eine besonders herausragende Mitarbeiterin bereitete keine Probleme. "Unsere" Kinder waren in den besten Händen.

Dann, im März 2004 gab es eine Unterredung im Sozialamt, bei dem uns mitgeteilt wurde: es gibt kein Geld mehr für die Betreuungsgruppe!

Obwohl die Stadt nur ca. 30 % unseres Finanzbedarfs beisteuerte war unsere Arbeit nicht mehr gefragt. Es gäbe dazu viel zu erzählen aber wir möchten es bei diesen Worten belassen. Aber etwas brennt uns noch auf den Nägel. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der überhaupt nichts mit uns und dem Sozialamt zu tun hatte, war mit seinen Verbindungen einer unserer größten Unterstützer. Trotzdem : war es das Ende!!! Wir waren nicht mehr in der Lage weiterhin den Finanzbedarf zu beschaffen.

Deshalb lösten wir zum 15.07.04 mit einem großen Fest "unsere" Gruppe auf. Wir haben alles getan um die Betreuung am Leben zu halten. Wir hatten leider keinen Erfolg. Wir haben gute Arbeit abgeliefert, wir hatten das Vertrauen von Kindern und Eltern und wir waren flexibel und korrekt . Lassen wir es dabei bewenden!

Was tun wir seit dieser Zeit!
Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir die Mosaik Schule, sowie die Schüler und Eltern. Auch die Praunheimer Werkstatt kann unserer Hilfe sicher sein. Ein Wohnheim der Lebenshilfe ist seit kurzem ebenfalls in unserem Visier. „Unsere“ Kinder werden älter und die benötigten Wohnräume sind noch nicht annähernd auf dem Niveau des Bedarfes.

Zudem wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, organisieren wir in den Sommerferien eine 14tägige Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche. Den Gedanken, das wir einmal Samstags betreuen, um die Eltern in Ruhe einkaufen zu lassen, bauen wir gerade aus.

Alles richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten. Wenn wir auch einen gemeinnützigen Verein betreiben, müssen wir unsere Aktivitäten den vorhandenen, wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen.

Diese Erkenntnis ist bitter, zumal wir zu Beginn unserer Vereinsgründung, hochfliegende Träume und Pläne hatten. Schon lange auf den Boden der Tatsachen zurück gekehrt, führen wir unseren Verein nach ökonomischen Vorlagen. Wir tun dies gerne und ohne Scheu! Und zudem Kostenneutral.

Helfen Sie uns dies weiterhin zu tun.

Hermann Berg, Agnes Klein, Norbert Maas

Stammbuch Teil 3

Das Fazit bis heute: Wir haben auf Wunder gewartet, die nie eintraten. Wir hatten Träume, und haben Träume, die sich nicht, oder nur zum Teil erfüllten bzw. erfüllen werden. Wir haben uns bei der Beschaffung von finanziellen Mittel oft Illusionen hingegeben. (Anfänglich) Wunschbilder und Schreckensbilder wechselten einander ab. Viele Menschen, naja nicht allzu viele, wollten uns helfen und schickten uns auf Irrwege.

Wir haben viel Zeit und Geld investiert um den Verein zu dem zu machen was er heute ist.

Der vorangegangene Satz besteht noch nicht einmal aus zwei Zeilen, die mit diesen wenigen Worten eine Arbeitsleistung von 14 Jahre und mehr Charakterisieren.

Wir dürfen sagen, das wir stolz auf unsere Leistung sind.

Vielleicht hätte man das eine oder das andere etwas besser machen können, aber wir sind unserer Linie treu geblieben. So verfügen wir heute über einen gut funktionierenden Verein, der nach finanziellen Möglichkeiten die Schüler, die Schule, das Kollegium sowie zum Teil die Praunheimer Werkstätten, die Lebenshilfe sowie private Klientel unterstützt.

Jede DM bzw. Euro unserer Ausgaben kann belegt werden. Auch bei der Hilfe zur Betreuung sind wir dabei und unterstützen das Personal. Wir möchten dies hier festhalten, damit zum einen keine Missverständnisse entstehen und zum anderen die Nachfolgergeneration des Vorstandes sich ein Beispiel nehmen kann.

Nur eins, wenn wir auch viel erreicht haben, ist es uns bisher leider nicht gelungen. Die finanziellen Möglichkeiten zu schaffen, eine Betreuungsgruppe für geistig und schwer mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche zu gründen, die dann an Wochenenden oder bei Krankenhausaufenthalt der Mutter, dort betreut werden.

Auch die Nachfrage nach einem Ort, an dem sich "unsere" Kinder treffen können, um unter sich oder im Rahmen der Integration, jedenfalls in Gemeinschaft, Musik hören oder tanzen sowie miteinander spielen können, ist riesengroß und bedarf einer Lösung.

Sollten Sie der Meinung sein, unsere Ideen wären zu weit gegriffen, möchten wir festhalten, daß wir vor vielen, vielen Jahren auch nur mit fortschrittlichen und großzügigen manchmal sogar verrückten Ideen den Verein zum Leben erweckt haben. Sagen Sie niemals nie und leben Sie nach dem Motto:

Es ist noch viel zu tun ▬▬► Packen wir’s an !

PS. Natürlich werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel weitermachen. Vielleicht gelingt es uns, alle unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, das Finanzamt als Sponsor zu gewinnen!!! Damit hätten wir eine unerschöpflich Quelle. Aber und das geben wir offen zu, die Wahrscheinlichkeit dies zu erreichen, ist relativ gering.

Der Vorstand


Ihr Elternverein für Praktisch Bildbare e. V. – Stand 02.11.2009